Hörtest

Neben dem Sehen ist das Hören einer unserer aktivsten Sinne. Wir nehmen unsere Umgebung hauptsächlich über das Auge und Ohr wahr. Um so schlimmer, wenn dann einer dieser Sinne wegfällt – sei es ganz plötzlich durch einen Unfall oder langsam voranschreitend. So kann beispielsweise ein fehlender Gehörschutz zu Schwerhörigkeit und Tinnitus führen, was früher oder später ein Hörgerät oder Hörimplantat nötig macht. Ein Hörtest, zum Beispiel bei einem Hörakustiker, kann darüber Aufschluss geben, wie es um das Hören wirklich bestellt ist. Wir brauchen das Hören, um uns mit unserer Umgebung zu verständigen und uns zurechtzufinden. Auch zur Orientierung trägt das Hören maßgeblich bei.

Wo kann man das Gehör testen lassen?

Einen sicheren und qualifizierten Test lässt man am besten bei einem Hörgeräteakustiker oder einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt machen. Beide können das Hörvermögen am besten prüfen. Inzwischen gibt es zwar auch im Internet zahlreiche Online-Tests und Hörtest Apps, diese liefern aber nur eine erste Einschätzung. Einem Arzt oder Akustiker stehen viel mehr und vor allem genauere Möglichkeiten der Untersuchung zur Verfügung. Nur sie können abschätzen, ob Patienten Hörgeräte brauchen oder nicht. Unterschieden wird bei einem Hörtest zwischen subjektiven und objektiven Tests.

Welche Hörtests gibt es?

Es gibt verschiedene Arten einen Hörtest zu machen, die alle unterschiedlich funktionieren und auf jeweils andere Ergebnisse abzielen. Ziel ist es, zuerst eine Einschätzung zu bekommen wie gut das Gehör funktioniert. Bei Schwerhörigkeit ist oft nur ein Ohr betroffen oder ein Patient hat einfach nur Sprachverständlichkeitsprobleme. Zudem wird beim Akustiker bei einem Hörtest zwischen Tests unterschieden, die der Mitarbeit des Patienten bedürfen („subjektiver Test“) sowie sogenannten objektiven Tests, die vor allem bei einem sehr kleinen Kind aber auch bei dementen Patienten angewendet werden.

Das Hörtest-Ergebnis wird in einer Hörkurve (Audiogramm) festgehalten. Sie beschreibt das Hörvermögen des getesteten Ohrs in verschiedenen Frequenzen.

Wie funktioniert ein Hörtest?

Je nachdem, ob es sich um einen objektiven oder subjektiven Hörtest handelt, wird unterschiedlich getestet. Subjektive Tests erfordern die aktive Mitarbeit der Testperson, objektive nicht.
Häufig wird von Hörexperten ein Tonaudiogramm eingesetzt, bei dem über Kopfhörer verschiedene Frequenzen eingespielt werden. Hört der Patient einen Ton, drückt er einen Knopf. Dadurch lassen sich die Frequenzen eingrenzen, die der Patient noch zu hören vermag. Zur Überprüfung des Hörvermögens anhand von Knochenleitung wird der Weber-Test eingesetzt. Eine Stimmgabel wird in Schwingung versetzt und auf Scheitel oder Stirn gesetzt. So kann eine einseitige Schwerhörigkeit festgestellt werden.

Wie funktioniert der Hörtest bei Kindern?

Eine ausführliche Information darüber, wie der Hörtest bei einem Neugeborenen, einem Baby oder einem kleinen Kind funktioniert, finden Sie hier. Objektive Hörprüfungen für Kinder, die noch nicht aktiv mitarbeiten können, werden an HNO-Kliniken oder beim HNO-Arzt durchgeführt.

Mehr zum Thema erhalten Sie bei der Deutschen Kinderhilfe e.V./Aktion Frühkindliches Hören unter

Hörtest – Wie viel db ist normal?

Wer sein Gehör testen lassen möchte, stellt sich vielleicht die Frage, wie viel Dezibel (dB) man eigentlich hören sollte. Die Skala beginnt bei null, das Hörvermögen wird in 20er-Schritten gemessen. Ein geringer Hörverlust wäre daher, das Rauschen von Blättern oder das Ticken einer Armbanduhr nicht mehr zu hören, beides Geräusche im Bereich von 20 dB. Von einem schweren Hörverlust spricht man ab etwa 70 dB. Betroffene können dann einem Gespräch in normaler Lautstärke, rund 65 dB, nicht mehr folgen. Alles, was über 80 dB hinausgeht, wird als unangenehm laut empfunden – ein Hörschutz empfiehlt sich.

Ist das Hörvermögen eingeschränkt, ist ein Hörgerät der nächste Schritt. Bei einem Hörakustiker können Hörgeräte so eingestellt werden, dass die Träger normale Gespräche wieder verstehen. Eine Sonderform nimmt der Tinnitus, das Pfeifen im Ohr, ein. Bei einem Tinnitus handelt es sich häufig um die Folgen von Stress oder einem Hörsturz. Dieser kann in jedem Alter auftreten.

Ab wann braucht man Hörgeräte?

Grundsätzlich eignen sich Hörgeräte für Menschen mit leichter bis mittlerer Schwerhörigkeit. Hörgeräte können aber auch gut bei schwerem bis hochgradigem Hörverlust verwenden werden. Nähere Informationen darüber finden Sie auf unserer Seite: Hörgeräte.

Der nächste Schritt

Sprechen Sie mit unseren Hörimplantat-Nutzern! Sie verstehen Ihre Sorgen und Bedenken gut und beantworten gerne Ihre Fragen. Hier können Sie direkt Kontakt aufnehmen.

Haftungsausschluss

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung zu Gehör-Tests. Sie stellen keine Empfehlung dar. Der Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Website ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt und darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen immer den Arzt Ihres Vertrauens!