Entscheidung für ein Hörimplantat

Ihre Gefühle

Mit der Entscheidung für ein Hörimplantat – ob für Sie selbst oder Ihr Kind – leben Sie den Rest Ihres Lebens. Aus diesem Grund kann die Zeit der Entscheidungsfindung emotional schwierig sein.

Im Folgenden wollen wir Ihnen einige Entscheidungshilfen zur Seite stellen. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Schritte im Implantationsprozess, wesentliche Produkteigenschaften der verschiedenen Implantate und warum der Zeitpunkt der Implantation einen großen Einfluss auf den Hörerfolg hat. Außerdem räumen wir landläufige Fehlmeinungen aus dem Weg, die Sie in Ihrer Entscheidung vielleicht verunsichern.

Für Sie selbst

Ihre endgültige Entscheidung hängt mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ab, ob die Vorteile des Hörimplantates die Nachteile Ihres Hörverlusts überwiegen. Das hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel:

  • Ob Ihr Hörverlust plötzlich oder allmählich auftrat – Mit einem plötzlich auftretenden Hörverlust umzugehen ist wesentlich schwieriger als wenn man Zeit hat, sich an das immer schlechter werdende Gehör zu gewöhnen.
  • Wie sich Ihr Gehör in letzter Zeit verändert hat und wie Sie damit zurechtkommen – Vielleicht verwenden Sie schon länger Hörgeräte oder andere Hörhilfen und lesen von den Lippen ab, haben jedoch das Gefühl, dass das Hören dennoch immer schwieriger wird.
  • Wie sich Ihr Hörverlust auf Ihr tägliches Leben auswirkt – Schwierigkeiten bei beruflichen Besprechungen, beim Telefonieren, in Gesellschaft, bei Hintergrundlärm können sich auf Ihre Lebensqualität und Ihre Arbeitsleistung auswirken.

  • Von Ihrer Einstellung zur Operation – Jeder Mensch hat eine eigene Einstellung zur Operation: manche haben Angst davor, während für andere die Vorteile das Risiko wert sind. Über Nutzen und Risiken können Sie ausführlich bei den Voruntersuchungen zur Hörimplantation sprechen.
  • Von Ihrer Bereitschaft zur Rehabilitation – Um von einem Cochleaimplantat oder von Elektrisch Akustischer Stimulation zu profitieren, ist ein Rehabilitationsprogramm notwendig, bei dem Sie das Hören wieder lernen. Dazu gehören regelmäßige Termine mit einer Sprachtherapeutin und Übungseinheiten, die Sie selbstständig durchführen können. Wie lange die Rehabilitation dauert, ist individuell verschieden, sie kann von einigen Monaten bis zu zwei Jahren in Anspruch nehmen.

Für Ihr Kind

Eine Entscheidung für einen anderen Menschen zu treffen, etwa für ein kleines Kind, kann noch schwieriger sein, als sie für sich selbst zu fällen. Die Diagnose Hörverlust für das eigene Kind zu erhalten löst viele Gefühle aus, von Schock über Verleugnung und Wut bis hin zu Hoffnung. Diese Gefühle sind ganz normal und Sie sollten sich genügend Zeit nehmen, die Diagnose zu akzeptieren.

Manche Eltern entscheiden sich leichter für ein Implantat, anderen fällt dieser Entschluss deutlich schwerer. Das hängt unter anderem vom Alter Ihres Kindes und dem Grad des Hörverlusts ab.