Der Weg zum Implantat

Wenn der Hörverlust Ihres Babys beim Neugeborenen-Hörscreening diagnostiziert wurde, werden Sie an einen HNO-Arzt überwiesen, der die weiteren Schritte mit Ihnen bespricht. Audiologische Untersuchen werden zeigen, ob Ihr Kind von einem Hörimplantat profitieren könnte. Mehr unter Hörtests bei Babys und Kindern.

Hausarzt

Wenn Sie oder Ihr Kind plötzlich schlechter hören, ist der Hausarzt oft der erste Ansprechpartner. Eine Untersuchung zeigt, ob vielleicht der Gehörgang blockiert ist, eine Entzündung oder ein anderes Problem vorliegt, durch das sich das Gehör vorübergehend verschlechtert hat.

Audiologe/HNO-Arzt

Wenn nichts auf ein vorübergehendes, behebbares Problem hindeutet, das Ihren Hörverlust verursacht, sollte Sie Ihr Hausarzt zu einem Hörtest beim HNO-Arzt oder an die HNO-Klinik überweisen. Hier lesen Sie mehr über Hörtests.

Kinder, Jugendliche und Erwachsene über 60 Jahren sollten vom Hausarzt an einen HNO-Arzt überwiesen werden, der neben den Hörtests auch die Ohren untersucht. Hier lesen Sie mehr über diese Hörtests.

Zu Anfang wird man Ihnen unter Umständen ein Hörgerät anpassen, während die Eignung für ein Implantat festgestellt wird. Benutzen Sie es, selbst dann, wenn Sie nicht viel damit hören, denn es ist wichtig, die Hörbahnen ihres Gehirns zu stimulieren. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass die Hörbahnen schwächer werden, wenn sie nicht ausreichend angeregt werden.

Überweisung an eine Implantat-Klinik

Wenn die Untersuchungen ergeben, dass ein Hörimplantat eine wirksame Lösung für Sie oder Ihr Kind sein könnte, wird Sie Ihr HNO-Arzt an ein Implantationszentrum überweisen.

Die Wahl der Implantat-Klinik

Sie können Ihren HNO-Arzt um eine Empfehlung für ein Hörimplantat-Zentrum fragen. Zusätzlich können Sie auch im Internet recherchieren und in Frage kommende Zentren selbst kontaktieren. Einige wichtige Punkte sollten Sie bei der Klinikwahl berücksichtigen:

  • Wie viel Erfahrung haben die Chirurgen an der Klinik – wie viele Implantationen führen sie pro Jahr durch?
  • Wie lange besteht das Implantationsprogramm an dieser Klinik bereits?
  • Wie wichtig ist Rehabilitation an der Klinik?
  • Welchen Eindruck haben Sie vom Service und der Beratung für Patienten an der Klinik?
  • Zwischen wie vielen Implantat-Herstellern können Sie wählen? (Vielleicht haben Sie sich schon näher über die verschiedenen Produkte informiert).

Unsere HörPaten können Ihnen weitere Tipps für die Auswahl der Implantat-Klinik geben.

Kliniksuche

Hier finden Sie ein Hörimplantat-Zentrum in Ihrer Nähe

In der Implantat-Klinik

Sie oder Ihr Kind machen bei mehreren Terminen verschiedene Untersuchungen, anhand derer das Ärzte- und Audiologenteam feststellt, ob Sie bzw. Ihr Kind für eine Implantation geeignet sind. Neben Hörtests wird untersucht, ob der allgemeine Gesundheitszustand eine Operation zulässt, wie die Struktur des Innenohres beschaffen ist, ob der Hörnerv intakt ist und ob Sie oder Ihr Kind von einem Implantat profitieren. Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen wird davor oft drei Monate lang ein Hörgerät getestet.

Fragen für Ihr CI-Team

Hier sind einige wichtige Fragen. Sie haben wahrscheinlich noch viele weitere:
  • Was ist der Grund für die Gehörlosigkeit?
  • Wie stark ist der Hörverlust?
  • Welche Alternativen zu Hörimplantaten gibt es?
  • Kann mein Kind auch ohne Implantate die Lautsprache erlernen?
  • Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass mein Kind auch ohne Implantate eine Regelschule besuchen kann?
  • Welchen Nutzen bringen Hörimplantate?
  • Wie läuft die Operation ab?
  • Wie viele Hörimplantationen hat der Chirurg bereits durchgeführt?
  • Wie hoch ist die Erfolgsrate des Chirurgen?
  • Welche Risiken birgt eine Implantation für mich/mein Kind?
  • Was geschieht nach der Operation?
  • Wie sehen die Rehabilitation und das Hörtraining aus?
  • Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen den Implantaten der verschiedenen Hersteller?
  • Wie sehen die Zuverlässigkeitsdaten der einzelnen Hersteller aus?

Unsere HörPaten können Ihnen genauere Informationen über die Voruntersuchungen geben.

  • Medizinische Untersuchungen Dazu zählen Untersuchungen des allgemeinen Gesundheitszustandes und Narkosefähigkeit sowie eine Untersuchung der Ohren. Oft wird auch eine Computertomographie (CT) oder Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT)-Untersuchung durchgeführt, um die Strukturen des Innenohres darzustellen.
  • Hörtests Hier erfahren Sie mehr über Hörtests für Implantat-Kandidaten.Versuchen Sie nicht, bei Worterkennungstests die richtigen Antworten zu erraten. Wenn Sie zu oft richtig geraten haben und das Testergebnis zu gut ist, bekommen Sie unter Umständen kein Implantat, weil Sie „zu gut“ hören.

Welche Voruntersuchungen brauchen Erwachsene für ein Hörimplantat?

  • Hirnstammaudiometrie Elektroden werden an Ihren Kopf geklebt und zeichnen die Reaktion des Hörnervs auf Schall auf. Mit dieser absolut schmerzfreien Untersuchung kann man auch einen völligen Hörverlust diagnostizieren.
  • Hörgeräteprüfung für Personen, die bereits eines tragen, bzw. eine Högeräte-Testphase für Personen, die noch keines verwenden.
  • Lippenlesen – dabei wird festgestellt, wie sehr Ihr Sprachverständnis vom Lippenlesen abhängt.
  • Detaillierte Aufklärung und Beratung über sämtliche Schritte vor und nach der Implantation sowie Aufbau einer realistischen Erwartungshaltung.

Welche Voruntersuchungen braucht mein Kind für ein Hörimplantat?

Bei Kindern wird festgestellt, ob ihre Sprech-, Sprach- und Hörfähigkeiten ihrem Alter, ihrer Entwicklung und ihren kognitiven Fähigkeiten entsprechen. Diese Tests sind sehr ausführlich und können länger dauern. Sie beinhalten:
  • Eine genaue Hörprüfung. Erfahren Sie mehr über Hörtests für Kinder
  • Eine Testphase mit Hörgeräten
  • Manchmal kommen Mitarbeiter des CI-Teams zu Ihnen nach Hause oder in die Schule. Dabei machen sich Stützlehrer, Sprachtherapeuten und Psychologen ein Bild von der Sprechfähigkeit, der Kommunikationsmethode, dem Entwicklungsstand und den Erwartungen ans Implantat
  • Hirnstammaudiometrie – Bei dieser schmerzfreien Untersuchung werden Elektroden am Kopf Ihres Kindes angebracht, die die Reaktion des Hörnervs auf Schall aufzeichnen.
  • In einer Computertomographie (CT) und unter Umständen einer Magnetresonanztomographie (MRT) werden die inneren Strukturen des Ohres bildgebend dargestellt.

Genehmigung durch die Krankenkasse

Es gibt klare Leitlinien für Cochlea Implantate. Wenn Sie oder Ihr Kind diese Kriterien erfüllen, wird die Finanzierung genehmigt. Das Implantations-Team zeigt Ihnen die unterschiedlichen Implantate und klärt Sie über die Operation auf.

Bei Mittelohrimplantaten und aktiven Knochenleitungsimplantaten ist die Vorgehensweise dieselbe.

Setzen Sie sich mit einem HörPaten in Verbindung

und erfahren Sie aus erster Hand mehr über das Leben mit einem Implantat.