Was passiert, wenn das Neugeborenen-Hörscreening negativ ist?

Keine Panik – das bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Kind schwerhörig ist. Es kann aus drei Gründen zu Auffälligkeiten beim Hörtest kommen:

  • Ihr Baby war während des Screenings unruhig
  • Im Raum war es während des Screenings zu laut
  • Ihr Kind hatte noch Fruchtwasser im Ohr

Das Screening wird nach einem negativen Befund wiederholt. Sollte es wiederum zu einem negativen Testergebnis kommen, folgt als nächstes eine Hörprüfung mittels Hirnstammaudiometrie.

Hirnstammaudiometrie

Diese zweite Hörprüfung testet, ob die Übertragung der Schallsignale ans Gehirn richtig funktioniert. Wenn Schallschwingungen die Cochlea im Innenohr ihres Kindes erreichen, werden sie dort in elektrische Signale umgewandelt, die über den Hörnerv ins Gehirn geleitet werden. (Siehe Abschnitt So hören wir)
Drei kleine Sensoren werden am Kopf des Kindes auf die Haut geklebt. Es bekommt dann eine Art Kopfhörer aufgesetzt, über den Klickgeräusche zum Innenohr gesendet werden. Bei gesundem Gehör erkennen die Sensoren, dass die Schallwellen als elektrische Impulse aus dem Innenohr im Gehirn ankommen. Dieser Test dauert zwischen fünf und 30 Minuten.
Ist die Signalübertragung gestört, wird Ihr Baby zu einer genauen diagnostischen Hörprüfung überwiesen.

Genaue diagnostische Hörprüfung

Diese wird normalerweise an der Audiologie-Abteilung eines Krankenhauses durchgeführt. Welche Untersuchungen durchgeführt werden, hängt vom Alter des Kindes und seinem Entwicklungsstand ab.
Kinder unter 6 Monaten durchlaufen wahrscheinlich eine genauere Hirnstammaudiometrie. Dabei werden verschiedene Lautstärken eingespielt und der Audiologe versucht, die geringste Lautstärke zu finden, bei der der Hörnerv reagiert.

Mehr zum Thema Hörtests für Kinder erhalten Sie bei der Deutschen Kinderhilfe e.V./Aktion Frühkindliches Hören unter

Tympanometrie

Dabei handelt es sich um ein objektives Messverfahren, bei dem geprüft wird, wie gut die beweglichen Teile des Ohres funktionieren. Eine kleine Sonde wird vorsichtig in den Gehörgang eingeführt, über die der dort herrschende Druck beeinflusst wird. Wenn das Mittelohr einwandfrei funktioniert, bewegt sich das Trommelfell mit jeder Druckveränderung.

Die Sonde misst den am Trommelfell reflektierten Anteil des Schalls. Ist das Trommelfell nicht frei beweglich, befindet sich Flüssigkeit im Gehörgang oder es besteht ein anderes Problem im Mittelohr. Flüssigkeitsansammlungen entstehen meist durch Paukenergüsse. Diese  kommen bei kleinen Kindern häufig vor und können vorübergehend zu Hörverlust führen.

Verhaltensaudiometrie

Ab einem Alter von sechs Monaten können Verhaltenstests durchgeführt werden. Dabei werden Ihrem Kind verschiedene Töne vorgespielt, die aus Lautsprechern kommen. Für jede „Hörreaktion“ (Stillwerden, Kopfdrehen etc.) gibt es eine Belohnung (ein Bild leuchtet auf, Spielzeug, …) Beide Ohren können einzeln mit kleinen Kopfhörern getestet werden.

Reintonaudiometrie

Ab dem Alter von drei Jahren können Kinder aktiv an Hörprüfungen teilnehmen. Töne werden ihnen über Kopfhörer oder Lautsprecher (Freifeldaudiometrie) einespielt, und die Kinder geben durch ein vereinbartes Signal an, wann sie einen Ton hören. Kleinere Kinder legen zum Beispiel einen Bauklotz in ein Körbchen, ältere Kinder drücken auf einen Knopf oder sagen „ja“.

Knochenleitungsmessung

Statt der Luftleitung, bei der Schallwellen vom Außenohr über den Gehörgang zur Cochlea weitergeleitet werden, kann eine Hörprüfung auch über die Knochenleitung durchgeführt werden. Dabei wird ein winziger Schwingkörper hinter dem Ohr angebracht, der die Schallschwingungen direkt über den Schädelknochen ans Innenohr weiterleitet und dabei den Gehörgang und das Mittelohr umgeht. Diese Messung dient zur Feststellung, welche Art von Hörverlust Ihr Kind hat.

Der nächste Schritt

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